Das Ahrtal
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Ahrwein

"Man trinkt den Rotwein nicht zu kalt.
Am Besten prüft man den Gehalt,
indem stets wieder man probiert,
ob er nun richtig temperiert.

Wenn man am Schluss dann nicht mehr weiß,
ob er nun kalt war oder heiß,
dann sagt man an der Rotweinahr,
daß so die Probe richtig war."
(Weinprobierspruch der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr)

Soweit muß man es nicht kommen lassen, um die Vorzüge der Ahrweine zu genießen. Im nördlichsten zusammenhängenden Rotweinanbaugebiet setzen die Winzer seit den 1980er Jahren konsequent auf Qualität. Regelmäßig werden die Rebstöcke zurückgeschnitten, so gedeihen weniger aber gehaltvollere Trauben. Zudem begünstigt die besondere geographische Lage ein fast mediterranes Klima. In dem windgeschützten engen Tal staut sich die Wärme, die von den Schieferböden gespeichert und in der Nacht wieder abgegeben wird. Dabei erzwingt die Topographie zum Teil extreme Anbaulagen mit kleinen Parzellen, auf denen auch heute nur Handarbeit möglich ist.

Der Weinbau läßt sich bis auf die Römer zurückführen. Eine frühmittelalterliche Urkunde aus dem 8. Jh. belegt seinen Fortbestand nach dem Ende des Imperiums. Es waren vor allem Mönche, die im Mittelalter den Rebensaft produzierten. 1868 schlossen sich in Mayschoß die Weinbauern zur heute ältesten Winzergenossenschaft der Welt zusammen. Mittlerweile sind die meisten Winzer einer Genossenschaft angeschlossen, viele betreiben den Weinbau auch nur noch im Nebenerwerb. Man spürt aber vielerorts, daß ihr Herzblut am Weinbau hängt, und dieses Engagement führt zu der hohen Qualität der Ahrweine.

Im Ahrtal werden zu über 90% rote Sorten angebaut: Spätburgunder, Frühburgunder, Portugieser, Dornfelder und Domina, die weißen Sorten sind: Riesling, Müller-Thurgau, Grauer Burgunder und weißer Burgunder. Ein Weinbaulehrpfad bei Ahrweiler (beginnt ein kurzes Stück hinter dem Adenbachtor) und das Winzermuseummuseum im Ahrweiler Ortsteil Bachem vermitteln anschaulich Details.


Die Rebsorten

(Dieses Kapitel über die Rebsorten wurden aus dem Buch Rotweinwanderweg von Christoph Lüttgen entnommen.
>>mehr über das Buch aus der Reihe "Wandern & Wissen" erhahren Sie auf der Website des Verlages

Natürlich haben neben allem Fleiß und besten Bedingungen auch die Rebsorten maßgeblichen Anteil am Charakter des Weines. Das Statistische Bundesamt weist rund 140 Rebsorten aus. Davon sind etwa 35 Sorten für die Rotwein- und über 100 für die Weißweinbereitung geeignet. Marktbedeutung besitzen allerdings nur etwa zwei Dutzend, allen voran die Weißweinrebsorten Riesling und Müller-Thurgau (Rivaner). Diese beiden sind in allen 13 deutschen Anbaugebieten präsent und belegen mit der an dritter Stelle stehenden Rotweinrebsorte Spätburgunder bereits die Hälfte der deutschen Anbaufläche. Auf den insgesamt gut 500 Hektar Anbaufläche der Ahr werden folgende Rot- und Weißweinrebsorten angebaut:


Blauer Frühburgunder (26,41 ha)
Auch „Pinot Precoce Noir“ genannt. Die rote Rebsorte ist eine Mutation des Pinot Noir, also eine Laune der Natur. Sie stammt aus Frankreich und zählt zur großen Familie der Burgunder. An der Ahr war der Frühburgunder zu Beginn des 20. Jahrhunderts die hauptsächlich angebaute Rebsorte. Doch ab den 1960er Jahren verschwand sie nicht nur dort mehr und mehr von der Bildfläche. Die Ahrwinzer sorgen dafür, dass der Blaue Frühburgunder nicht völlig in Vergessenheit gerät. Um den Anbau nachhaltig zu fördern, haben sich 16 von ihnen zu einem Förderkreis zusammengeschlossen. Als regelrechter Frühburgunder-Spezialist gilt Herbert Koll vom Weingut Josef Koll in Bachem, der mit dieser Sorte etwa ein Drittel seiner insgesamt rund vier Hektar Rebfläche bestockt hat. Der im wahrsten Sinne des Wortes „kleine Bruder“ des Spätburgunders – Trauben und Beeren sind kleiner mit weniger Saft – ist es allemal wert, bringt er doch fruchtige und sortentypische Weine hervor, die durch ihre intensive, rubinrote Farbe bestechen.

Blauer Portugieser (66,43 ha)
Die sehr alte, rote Rebsorte stammt nicht, wie man annehmen könnte, aus Portugal, sondern aus Österreich. Die mittel bis spät reifende Sorte liefert einen sehr hohen Ertrag.

Blauer Spätburgunder (306 ha)
Der auch als „Pinot Noir“ bekannte Spätburgunder gilt als edelste Rotweinsorte. Er ist der König und so etwas wie ein Synonym für die Ahr. Denn insbesondere mit ihren Spätburgunder-Weinen haben sich die Ahr-Winzer weltweit Anerkennung verdient. Im 18. Jahrhundert soll die Sorte aus dem Burgund an die Ahr gebracht worden sein. Spätburgunderweine schmecken vollmundig und samtig und haben ein fruchtiges Aroma mit Nuancen von Mandel. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Traditionell wurden die besten Spätburgunder aus hochreifen Trauben gewonnen, waren nicht sehr farbintensiv, mild, gerbstoffarm und von rostroter Farbe. Neben diesem klassischen Typ gewinnt der moderne Spätburgunder mit kräftigem Rot, mehr Gerbstoff, weniger Säure und häufig kurzer Lagerung im kleinen Eichenfass immer mehr an Bedeutung.

Domina (7,91 ha)
Die „Herrin“, so die deutsche Übersetzung ihres Namens, ist eine Kreuzung zwischen Portugieser und Blauem Spätburgunder aus dem Jahr 1927. Die blauschwarze Traube ist mittelgroß bis groß, sorgt für eine dunkle, tiefrote Weinfarbe und ein feinfruchtiges Kirscharoma. Lagerung im Holzfass rundet den Gerbstoffgehalt etwas ab.

Dornfelder (22,51 ha)
Die rote Rebsorte ist eine Neuzüchtung zwischen Helfensteiner und Heroldrebe, die der deutsche Diplomlandwirt und Rebenzüchter August Herold (1902–73) im Jahre 1955 kreiert hat. Der Name geht auf Immanuel A.L. Dornfeld (1796–1869) zurück, nach dessen Plänen und Initiative die Weinbauschule in Weinsberg gegründet wurde. Der Dornfelder ist längst seiner ursprünglichen Rolle als „Deckrotwein“ entwachsen und hat sich zu einem eigenständigen, charaktervollen Weintyp mit häufig südländisch anmutendem Flair entwickelt. Der dunkelrote und farbkräftige Wein ist körper- und tanninreich, das fruchtige Bouquet erinnert an Sauerkirschen, Holunder und Brombeeren. Der Dornfelder ist für Barrique-Ausbau geeignet und wird auch bei der Sektproduktion eingesetzt.

Dunkelfelder (3,26 ha)
Die rote Rebsorte ist eine Neuzüchtung des deutschen Weingutsbesitzers Gustav Adolf Froelich (1847–1912) aus Blauer Portugieser und Färbertraube. Die Dunkelfelder erbringt einen dunkelroten Wein und wird hauptsächlich als Teinturier (Färbertraube) oder auch für Süßreserve verwendet um den Gehalt an Restzucker im Wein zu erhöhen und diesem die gewünschte Geschmacksrichtung zu geben.

Kerner (4,20 ha)
Die durch Kreuzung von Trollinger (rot) und Riesling (weiß) entstandene weiße Sorte hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung gefunden. Der deutsche Diplomlandwirt und Rebenzüchter August Herold (1902–73) kreierte 1929 die neue Rebsorte. „Getauft“ wurde die Rebe nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner (1786–1862), der in Weinsberg lebte und unter anderem Gedichte und Lieder über Wein verfasste. Der Kerner bringt hohe Öchslegrade. Deshalb werden fast alljährlich Prädikatsweine geerntet. Der oft hellfarbene Wein ist durch ein unaufdringliches, angenehm feines, leichtes Muskatbouquet gekennzeichnet. Bei hoher Reife kommt er mit seiner würzigen, vornehmen Frucht nahe an den Riesling heran.

Müller-Thurgau (22,86 ha)
Die Rebsorte geht auf den Schweizer Pflanzenphysiologen Hermann Müller (1850–1927) zurück, der sich selbst „Müller-Thurgau“ nannte. Sie ist ein Zufallsprodukt. Ihr Schöpfer nahm an, dass sie das Ergebnis der Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner war. Gentechnische Untersuchungen ergaben später, dass es sich um eine Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royal, einer Züchtung aus dem Formenkreis des Chasselas (Gutedel), handelt. Die „Müller-Thurgau“-Rebe ist wohl die erfolgreichste Neuzüchtung der Welt und ist in nahezu allen Weinbauländern der Erde verbreitet. Dabei handelt es sich um eine mittelkräftige, ertragreiche Sorte. Der blasse bis hellgelbe Wein ist in der Regel von mittlerer Güte und sein Duft erinnert etwas an Muskat. Der Alkoholgehalt ist gut, die Säure schwach, leichter bis mittelkräftiger Körper. Seine Aromen sind grüner Apfel, Zitrone, Muskat und grüne Paprika. Die Müller-Thurgau-Weine werden jung getrunken.

Optima (0,48 ha)
Die weiße Rebsorte ist eine Neuzüchtung aus Silvaner/Riesling und Müller-Thurgau von Peter Morio (1887–1960) am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen/Pfalz. Die Rebsorte gehört zu den qualitativ hochstehenden deutschen Weißweinsorten mit geringem Ertrag. Die gelbgrünen, säurearmen Weine haben Auslesecharakter und ein elegant duftendes „Riesling-Bouquet“.

Ortega (0,93 ha)
Die weiße Rebsorte ist eine Kreuzung zwischen Müller-Thurgau und Siegerrebe, die Hans Breider (1908–2000) 1948 an der Bayerischen Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Würzburg gelang. Der Züchter benannte sie nach dem spanischen Dichter und Philosophen José Ortega y Gasset (1883–1955). Der Wein ist extraktreich und zeichnet sich durch sein feines Muskat-Pfirsich-Bouquet und seine harmonische Fülle aus.

Regent (5,94 ha)
Die rote Rebsorte ist eine Neuzüchtung zwischen Diana (Silvaner und Müller-Thurgau) und Chambourcin, also ein Ergebnis zwischen weißen und roten Sorten. Bei der Züchtung im Jahre 1967 durch Gerhard Alleweldt von der Bundesanstalt für Rebenzüchtung in Siebeldingen/Pfalz stand die Resistenz gegenüber dem echten und falschen Mehltau im Vordergrund. Ihr Wein verfügt über ein tiefes Schwarzrot. Das Aroma erinnert an überreife Sauerkirschen oder Rotweinpflaumen.

Riesling (40,58 ha)
Der Riesling wächst in allen deutschen Anbaugebieten und nimmt mit mehr als 20.000 Hektar 20 Prozent der Gesamtrebfläche ein. Die längste Rieslingtradition haben wohl die Winzer im Rheingau und an der Mosel. Bis heute ungeklärt ist jedoch die Herkunft des Namens. Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Deshalb ist er prädestiniert für die nördlichen Anbaugebiete, wo er in der späten Herbstsonne seine Reife vollendet. Er stellt die höchsten Ansprüche an die Lage (Energie), dafür aber geringe Ansprüche an den Boden. Neben unkomplizierten Alltagsweinen stellt der Riesling eine reiche Auswahl an Prädikatsweinen.
Der „typische“ Riesling zeigt eine blassgelbe, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe, im Duft dominieren Pfirsich oder Apfel, im Mund spürt man eine rassige Säure. Die natürliche Säure bietet ein gutes Potenzial zur Versektung. Edelsüße Beerenauslesen oder Eisweine gehören zu den auch international am höchsten gehandelten deutschen Weinen. Rieslinge sollten frühestens ein Jahr nach der Ernte getrunken werden, viele erreichen ihre optimale Trinkreife erst nach einigen Jahren. Junge leichte Rieslingweine, je nach Gusto trocken bis fruchtig süß, sind ideale Sommerweine.

Rotberger (1,07 ha)
Die rote Rebsorte ist eine Neuzüchtung zwischen Schiava Grossa (rot) und Riesling (weiß) aus dem Jahre 1928. Der Sortenschutz wurde allerdings erst 1969 erteilt. Die spät reifende, ertragreiche Sorte ist in Deutschland neben der Ahr an der Hessischen Bergstraße, in Rheinhessen und im Rheingau verbreitet. Der hellrubinrote Wein ist etwas eigen im Geschmack. Der Rotberger ist fruchtig-kernig, körperreich und hat ein duftiges Bouquet. Er sollte eher jung getrunken werden. Rotberger eignet sich auch zur Herstellung von Rosé und rotem Sekt.

Ruländer (1,89 ha)
Auch „Grauburgunder“ genannt gehört sie zur Burgundergruppe. Der Name geht auf den Kaufmann Ruland aus Speyer zurück, der diese Rebe im Jahre 1711 erstmals in Deutschland anpflanzte. Die Ruländertraube bringt ausgezeichnete Weine mit viel Körper und Fülle. Im Bouquet sind sie delikat und voll, in der Säure mild und im Geschmack kräftig, würzig und aromatisch.

Weißburgunder (0,91 ha)
Die weiße Rebsorte ist auch als „Pinot Blanc“ bekannt. Sie ist eine Mutation des „Pinot Noir“ (Blauburgunder) und zählt zur großen Familie der Burgunder. Er eignet sich zur Erzeugung von Prädikatsweinen und zum Ausbau im Barrique. Der Weißburgunder zählt zu den klassischen weltweit angebauten Sorten. r
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